Die Arbeit mit dem IntraActPlus-Konzept von Dr. Fritz Jansen und Dipl. Psych. Uta Streit an unserer Schule:

Schon über mehrere Schuljahre hinweg stellen wir fest, dass unsere Kinder sich verändern. Nicht alle konnten mehr mit dem Wochenplan und großen Freiräumen effektiv lernen, brauchten vielmehr klare Strukturen und feste Vereinbarungen, Hilfen um sich erfolgreicher organisieren zu können. Wir suchten nach neuen Wegen.

Über die Zusammenarbeit mit der ergotherapeutischen Praxis von Nadine Müller und Marcus Raible kamen wir zum IntraActPlus-Konzept.

Mehrere Fortbildungen wurden von allen Kolleginnen der Schule besucht. Wir befassten uns mit der Entwicklung von Lernstrategien, Lernmechanismen und der optimalen Anwendung von Lerngesetzen.

 

Worin liegen die Schwerpunkte des IntraActPlus-Konzeptes?

 

  1. Für die erfolgreiche Lernarbeit ist die Beziehung zwischen dem Lehrenden und dem Lernenden eine Voraussetzung.
  2. Diese Beziehung entscheidet im großen Umfang, wie sich die Eigensteuerung eines Kindes entwickelt und für welche Lerninhalte es Motivation aufbringt.
  3. Das Konzept basiert darauf, dass alle Bezugspersonen miteinander kooperieren (das Kind, der Lehrer, die Eltern).
  4. Großes Augenmerk gilt einer häufigen Wiederholung und damit Festigung der Lerninhalte. Dies führt zu einem sicheren und erfolgreichen Lernen. Dabei liegt die Konzentration auf: Lerngeschwindigkeit, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Anwortverhalten.
  5. Das Lob, aber auch Kritik spielen eine große Rolle. Dabei sind kurze prägnante Ansagen wichtig.

Unsere Schüler lernen mit dem IntraActPlus-Konzept lesen und schreiben. Eltern und Lehrer arbeiten eng zusammen und tauschen sich aus.

Auch in den anderen Jahrgangsstufen versuchen wir zunehmend die Prinzipien des IntraActPlus-Konzeptes zu beachten.

 

 

Erfahrungen mit dem IntraActPlus-Konzept. 

 

1. Die Buchstabensicherheit ist bei allen Kindern vorhanden.

    Das tägliche Training der Buchstaben mit dem Buchstabenmeister 

    und den Leseblättern führt dazu, dass die Buchstaben automatisiert

    werden und im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. So sind sie

    sicher anwendbar.

2. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um die analytisch-synthetische

    Leselehrmethode schnell und sicher zu erlernen. Das Lesematerial

    beginnt mit Silben und geht später zu Wörtern und Sätzen über.

    Jedes Kind hat das Lesen erlernt! Sie lesen sehr gern und freuen sich

    darauf, Bücher zu lesen. Viele Kinder bringen auch eigene Kinder-

    bücher mit und stellen diese im Lesekreis vor.

3. Die Lernmaterialien sind leicht zu handhaben. Die Schüler wenden

    wenige, immer wiederkehrende Methoden an und sind so in der Lage,

    allein, mit einem Partner oder in der Gruppe zu lernen. Der Lehrer ist

    nur noch ein Beobachter und hilft den Kindern, die noch Probleme

    haben. Kinder führen in Form des „Lehrers" bestimmte Wieder-

    holungen mit ihren Mitschülern selbst durch. Alle Kinder dürfen das.

    So wird die soziale Kompetenz gestärkt.

4. Die Kinder trainieren mit dem Lernmaterial ihren Merkwortschatz. Die

    Arbeitstechniken zum Einprägen der Wörter wurden häufig geübt.

    Jetzt wenden die Kinder diese täglich automatisch an. Es ist ihnen

    zum Bedürfnis geworden, in den Abschreibübungen, Selbst- und 

    Partnerdiktaten sowie den Diktaten keine Fehler zu haben. Und

    wirklich, es treten nur selten Fehler auf. Diese werden gleich

    berichtigt. Großen Spaß macht es unseren Schülern auch, mit den

    Merkwörtern Sätze und sogar kleine Geschichten zu schreiben. Diese

    tragen sie vor oder hängen sie an der Wandzeitung aus. Erste

    grammatische Regeln werden dabei unbewusst vermittelt.

5. Unsere Kinder sind durchweg tätig. Sie haben Freude am Lernen, weil

    sie ein sicheres Grundwissen besitzen. Das können sie in vielen

    Situationen anwenden. Auch arbeitet der größte Teil der Kinder

    durchgängig aufmerksam und angestrengt.

6. Auch für den Lehrer ist der Unterricht entspannter und ruhiger

    geworden. Er kann sich genau einen Überblick vom Leistungsstand

    der Klasse verschaffen und sofort eingreifen, wenn bei einzelnen

    Kindern Unsicherheiten auftreten. Dann werden in Zusammenarbeit

    mit den Eltern und der Sonderpädagogin sofort zusätzliche

    Festigungsphasen durchgeführt. So entstehen keine Lücken beim

    Lernen.

 

 

Marion Roth, Barbara Werner
Klassenlehrerinnen FLEX A und B